Foto Nordböhmenreise

Nordböhmen war das Ziel der diesjährigen Jahresreise des Partnerschaftskomitees Wittichenau

Ein besonderer touristischer Leckerbissen war die diesjährige Jahresreise des Partnerschaftskomitees Bad Honnef – Wittichenau: 36 Bad Honnefer Bürgerinnen und Bürger besuchten die Region Nordböhmen, die leider kaum ein Reiseveranstalter auf dem Programm hat.
Clemens Rode hatte das interessante Programm konzipiert und übernahm gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Peter Endler die Reiseleitung.
Erstes Ziel der Reise war Litomerice (Leitmeritz), eine der schönsten Städte Böhmens. Litomerice hat den Krieg fast unbeschadet überstanden; der denkmalgeschützte Stadtkern wurde vorbildlich saniert. Bei dem sich anschließenden Besuch der KZ-Festung Theresienstadt wurde die Bad Honnefer Gruppe mit einem besonders dunklen Teil der deutschen Geschichte konfrontiert. Auf perfide Weise war des dem Naziregime gelungen, die Weltöffentlichkeit darüber zu täuschen, was hinter den Mauern der Festung vor sich ging.
Diese traurigen Eindrücke nahmen die Teilnehmer mit auf die Weiterreise nach Liberec (Reichenberg). Nach einem Stadtrundgang am nächsten Vormittag ging es weiter nach Jablonec nad Nisou (Gablonz). Hier, wie später auch in Harrachov konnte sich die Gruppe davon überzeugen, dass Nordböhmen zu Recht als die Region der Schmuck- und Glasindustrie bezeichnet wird.
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch in Tanvald, einer der Partnerstädte unserer sächsischen Partnerstadt Wittichenau. Bürgermeister Vladímir Vyhnálek und Stadtamtsleiter Richard Seidel bereiteten der Bad Honnefer Gruppe im Rathaus einen herzlichen Empfang und stellten die Stadt kurz vor. Besonders stolz ist man in Tanvald auf die niedrige Arbeitslosenquote und den ausgeglichenen Haushalt. Bei einem Konzert mit Auftritt des Chors „Harmonia“ und einer Ballettaufführung, bei der junge Eleven der Musikschule Tanvald eigens für die Besucher ihr Können zeigten, entstand spontan die Idee eines gemeinsamen Konzerts der Musikschulen Bad Honnef und Tanvald.
Am nächsten Tages wurde es wieder historisch: Zunächst stand eine Besichtigung des Wallenstein-Schlosses in Frydland, bei der an die Wirren des Dreißigjährigen Krieges erinnert wurde, auf dem Programm. Später konnten sich die Bad Honnefer in Zittau und Görlitz davon überzeugen, wie aus den vom Zerfall bedrohten Altstädten nach der Wende wieder wunderschöne und lebendige Innenstädte geworden sind.
Krönender Abschluss der Reise war der Besuch in Wittichenau. Bürgermeister Markus Posch begrüßte die Gruppe. Er freute sich sehr, in diesem Jahr nach der Jugendfeuerwehr und der Band „Part of he Crowd“ die dritte Gruppe aus der rheinischen Partnerstadt begrüßen zu können. Dies zeige erfreulich eindrucksvoll, dass die Städtepartnerstadt 25 Jahre nach der Deutschen Einheit sehr lebendig sei, so Posch. Er lud die Bad Honnefer für das Krabatfest im nächsten Jahr ein und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch Bürgermeister Otto Neuhoff – möglichst mit seiner Band – dabei sein wird.
Als besonderen Programmpunkt zum Schluss der Reise hatte der Vorsitzende des Wittichenauer Partnerschaftsvereins Peter Popella eine Brauereibesichtigug organisiert. Brauereichef Glaab zapfte persönlich für die Bad Honnefer – und mancher bedauerte, dass das würzige Wittichenauer Bier in Bad Honnef nicht angeboten wird.
Zum Abschied bedankte sich Peter Endler noch einmal sehr herzlich bei Peter Popella für die Organisation der diesjährigen Bürgerreise aus Wittichenau nach Bad Honnef: Im August waren rund dreißig Wittichenauer Bürgerinnen und Bürger anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Städtepartnerstadt in Bad Honnef gewesen.
Mit dem Besuch in Wittichenau ging eine Jahresreise voller neuer Eindrücke zu Ende. Fazit von Peter Endler: „Als Partnerschaftskomitee Bad Honnef – Wittichenau haben wir uns unter anderem zum Ziel gesetzt, über die Wittichenauer Partnerstädte in Polen und Tschechien unser Wissen über unsere östlichen Nachbarländer zu erweitern und uns dabei auch der jüngeren deutschen Geschichte zu stellen. Die Jahresreise nach Nordböhmen hat uns  darin bestätigt, dieses Ziel weiter zu verfolgen.“